anke-nicolai

Welches Buch würdest Du nie weggeben?
Anke: Es ist zwar noch relativ neu, aber trotzdem: Unterleuten von Juli Zeh. Ich habe darin so viele Parallelen zum Leben in der kleinen Welt auf dem Land in Brandenburg gesehen, wo wir unser Wochenenddomizil haben - das ist fast schon erschreckend. Die typischen Charaktere sind darin so treffend beschrieben. Und mich hat sehr berührt zu sehen, dass ich als Städterin, die am Wochenende auf dem Land ist, ja auch ein Teil des Systems der Machtkämpfe bin.


Was machst Du an einem überraschend freien Tag?
Schlafen, Lesen, Nichtstun. Mir die Sonne ins Gesicht scheinen lassen. Und dann sofort ein schlechtes Gewissen haben, weil eigentlich so viel zu tun wäre und mich meine Kinder ja eigentlich auch zu wenig haben.

Was tust Du, um die Welt ein bisschen besser zu machen?
Ich versuche, dafür zu sorgen, dass Menschen mit Behinderungen an unserem kulturellen Reichtum teilhaben können. Dabei bemerke ich immer wieder, wie die Betroffenenverbände wirklich extrem für ihre Rechte eintreten müssen, um etwas zu erreichen. Vor allem in Berlin merke ich immer wieder, wie weit der Weg noch ist, damit wir irgendwann von einer Selbstverständlichkeit sprechen können. Aber ich versuche, viele kleine Schritte davon mitzugehen.