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Du hast raumHOCH – zumindest beruflich – verlassen, um mit dem Projekt Humancredit die Wertschöpfung des Internets der analogen Realität zugute kommen zu lassen. Was genau ist Deine Idee und wie setzt Du sie um?

Mit meiner Firma Humancredit will ich die Kommunikation zwischen großen Unternehmen und Menschen im Internet verändern. Die Unternehmen kommunizieren heute hauptsächlich via Werbung mit den Usern. Das ist aus meiner Sicht eine kranke Form der Unterhaltung; wir werden von allen Seiten von Werbung bedrängt, wir versuchen uns zu schützen und zu verstecken. In der Folge versuchen die Firmen, auf immer neuen Wegen unsere Aufmerk[-]samkeit zu bekommen. Ein Teufels[-]kreis, der eine unglaubliche Ressourcen[-]verschwendung auslöst. Jedes Jahr geben die Unternehmen Milliarden für unnötige und störende Werbung aus. Würde man die Werbebudgets ziel[-]gerichteter einsetzen, ließe sich ein Teil des einge[-]sparten Budgets für soziale Zwecke verwenden.

 

Wie soll das funktionieren?

Zum Beispiel mit einem sozialen Adblocker, den wir gerade entwickeln. Damit sieht jeder User nur die Werbung, die ihn interessiert – und die für seine Aufmerk[-]samkeit und sein Feedback Geld bezahlt. Dieses Geld kommt dann einem humani[-]tären Projekt zugute, das der jeweilige User auswählt. Wir schaffen damit auch wieder digitale Selbst[-]bestimmung.

 

Würdest Du die Entscheidung für Humancredit nochmals treffen?

Der Wunsch, Humancredit wahr werden zu lassen, war so stark, dass ich mir gesagt habe: Jetzt gebe ich all meine Kraft da hinein und will mich möglichst konzen[-]triert dieser Sache widmen. Und ich bin auf einem guten Weg und würde es wieder so machen. Aber im Herzen gehöre ich auch immer noch zu raumHOCH.