Helmut_Ness_Interview

... um später nach Berlin zu gehen und eine Dependance der Agentur an der Spree aufzubauen. Was hat Berlin, was Wiesbaden nicht hat?
Ich kam Ende der 90er hierher, da war Berlin die Stadt der Kellerkneipen. Mich haben die Offenheit und die vielen Möglichkeiten, die diese Stadt bietet, nicht mehr losgelassen. Ein echtes Experimentierfeld! Natürlich hat sich Berlin gewandelt, ist stressiger geworden. Aber es gibt hier immer noch einen Reichtum an kreativen Leuten, die aber alle darum kämpfen, wer am sichtbarsten und am tollsten ist. Und heute stellt sich mir vor allem die Herausforderung, die besten Kreativen für unser Büro zu finden. Wiesbaden ist da ganz anders, vielleicht ein bisschen zurückgezogener, da läuft alles irgendwie ruhiger ab.

Was wolltest Du als Kind werden – und warum liegt der Plan auf Eis?
Pilot. Oder Fußballprofi. Oder Architekt. Für den Fußballprofi, so musste ich irgendwann feststellen, trainierte ich wohl zu wenig intensiv – aber das Fußballspielen hat mir echt Spaß gemacht. Die Idee mit der Architektur kam wohl über meinen Vater, der immer sehr schöne Ingenieurs-Patentzeichnungen herstellte, das hat mich fasziniert. Und außerdem hab ich immer gern mit Lego gespielt – und tue das heute wieder mit meinen Kindern. Aber recht bald stand dann doch für mich fest, dass ich gerne Design studieren möchte.