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Was mögt Ihr an Berlin?

Shamim: Berlin bedeutet für mich Heimat – obwohl ich nicht von hier stamme. Berlin hat wirklich alles, was eine moderne Metropole ausmacht: eine einzigartige Geschichte, eine faszinierende kulturelle Landschaft, das politische Machtzentrum Europas, große nervige Baustellen und dazu ist Berlin offen für alle Kulturen, kreativ, ehrlich, familienfreundlich, und auch ziemlich sexy.

Tell: Für mich gehört Berlin zu meiner Familiengeschichte, beispielsweise kam mein Großvater in den zwanziger Jahren aus Schlesien hierher, nach 1945 spielte Berlin dann auch wieder eine Rolle als Station für meine Familie. Ich selbst habe mich nach 14 Jahren in London bewusst für Berlin entschieden – auch, weil diese Metropole mit ihrem geradezu dörflichen Charakter besticht. Die Stadt wirkt auf mich wie ein Hafen, verglichen mit überfüllten, lauten und schnellen Megacities wie New York, Los Angeles oder London.

 

Was wolltet Ihr werden, als Ihr Kinder wart? Und warum liegt der Plan – um beim Thema zu bleiben – auf Eis?

Shamim: Als Kind wollte ich unbedingt Bürgermeister werden, weil ich diese Tätigkeit aus nächster Nähe beobachten konnte und immer begeistert war, wie sich unser Bürgermeister für Menschen eingesetzt hat und wirklich etwas in der Stadt bewegen konnte. Ich habe später Politikwissenschaft studiert und in dem Fach auch promoviert, aber eine Laufbahn in der Politik kam für mich nie infrage.

Tell: Als Richter etwas gegen die Ungerechtigkeit in der Welt tun – das war für mich als Junge das Ziel. Wieso daraus nichts wurde? Keine Ahnung. Aber mit dem, was ich heute tue, kann ich trotzdem die Zustände in der Welt verbessern und hier und da für Nachhaltigkeit sorgen. Insofern ist von meinem Traum doch etwas wahr geworden, wenn auch auf andere Weise als gedacht.