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Der Montag hat als Arbeitstag einen schlechten Ruf. Wieso gehst Du montags trotzdem gern an den Schreibtisch?
Meine Arbeit ist meine Leidenschaft und mein Leben. Zwar habe ich einen Abschluss als Produktdesigner, aber ich habe mich immer schon für den Raum interessiert und bin bei meiner ersten Stelle in der Wirtschaft in Deutschland – das war bei einer Agentur für Kommunikation im Raum – sozusagen ins Fass mit dem Zaubertrank gefallen. Kommunikation im Raum und Szenografie sind künstlerische Disziplinen, die mich faszinieren und ich fühle mich „wie für sie geschnitten“.

Woran hat man schon vor 40 Jahren gemerkt, dass Du genau der Richtige für Deinen Job bist?
Naja, mit drei Jahren war das vielleicht noch nicht so ausgeprägt, aber mit fünf oder sechs habe ich dann wirklich viel gezeichnet. Den Erwachsenen ist damals auch aufgefallen, dass ich das gut kann. Unterstützt und gefördert hat mich meine Patentante, Michèle Kayser. Sie war Produkt- und Interiordesignerin und hatte eine Professur an der Ecole des Beaux Arts in Reims – es waren damals nicht viele Frauen an solchen Stellen. Sie hat mich sehr inspiriert und meine Eltern auch immer toll beraten, zum Beispiel was für Berufe in der Kreativbranche für den kleinen Jean-Louis möglich wären.

Was machst Du, wenn Du mal in Rente bist? Nach Venedig ziehen und jeden Tag Meloneneis essen?
Wow! Das hat mich noch nie jemand gefragt... Ich muss überlegen. Also, ich denke, ich würde meine Leidenschaft für die Kreation weiter verfolgen, aber vielleicht auf einem leicht anderen Gebiet. Ich liebe die Malerei, aber dafür reichen ein paar Stunden am Wochenende einfach nicht aus.