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Wann findest Du Kommunikation im Raum richtig packend?
Sie muss Bilder in den Köpfen der Menschen entstehen lassen – das ist der Kern unseres Metiers. Ich spreche bewusst nicht von Emotionen, weil Gefühle eine höchst persönliche Sache sind. Nur Bilder kann man – in gewisser Weise – planen. Das ist keine Kunst im eigentlichen Sinne, aber der Weg dahin ist ein künstlerischer. Dazu haben wir verschiedene Medien zur Verfügung, vor allem Zeit und Raum. Wenn man Glück hat, schauen sich die Menschen einen Ort freiwillig an und bringen eine gewisse Neugier mit. Sind sie nicht freiwillig da, dann müssen wir es schaffen, dass sie ein bestimmtes Maß an Aufmerksamkeit entwickeln. Immer ist es aber so, dass die Besucher eine bestimmte Erwartung mitbringen, wie der Ort oder das dortige Geschehen sein werden. Gute Kommunikation im Raum schafft es, diese Erwartung zu erfüllen, ja zu übertreffen – und dennoch gleichzeitig zu überraschen und zu irritieren. Zwischen der Erfüllung und der Irritation muss eine Balance gefunden werden.

Für welches Projekt wären Du und raumHOCH das Dreamteam schlechthin?
Kürzlich habt Ihr mir cloudFOLIO erklärt und ich fand das hochinteressant. Aber es ist beispielsweise übers Internet oder in einem Gespräch schwer zu vermitteln. Ich denke jetzt einfach mal laut: Man müsste eine Rauminstallation machen, zum Beispiel in einer originellen Showroom-Situation in Berlin und dort cloudFOLIO auf verschieden großen Bildschirmen arbeiten lassen. Dann treten dort Besucher hinein und man filmt sie bei der Benutzung und der Interaktion mit cloudFOLIO. Ich glaube, dass Film, kurz oder etwas länger, ein gutes Medium sein könnte, um zu vermitteln, was cloudFOLIO leisten kann.

Was machst Du an einem überraschend freien Tag?
Ich geh schwimmen! Ich liebe es, in einem fast leeren Schwimmbad meine Bahnen zu ziehen. Zum Glück kann ich mir meine Zeit als Freelancer einteilen und einfach dann schwimmen gehen, wenn die anderen das nicht können.

Was machst Du, damit die Welt ein wenig besser wird?
Ehrlich, ich stelle mir diese Frage auch oft. Und es ist schwer, sie zu beantworten. Ich versuche einfach, meinen Job so gut wie irgend möglich zu machen, weil ich an das Prinzip der Vorbildwirkung glaube – auch wenn das jetzt etwas hochgegriffen klingen kann. Ich denke, wir können die Welt nur etwas besser machen, wenn wir uns zuerst mal an die eigene Nase fassen und bei uns selbst anfangen. Aber ehrlich gesagt: Ich schaffe es auch nicht, dass ich mir in an jedem einzelnen Moment mit völlig reinem Gewissen selbst zusehen kann. Das ist Arbeit!