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Was mögt Ihr an Berlin?
Lisa: Ich komme ursprünglich aus Fulda, habe eine Zeit lang in München und auch im Ausland gelebt. Dann zogen meine drei besten Freundinnen nach Berlin und das war für mich ausschlaggebend. Ich kam 2006 hierher – und dieses erste Jahr, der erste Sommer mit der Fußball-WM, das war einfach großartig. Und es folgten seither viele weitere großartige Jahre.

Patrick: Ich kam mit sechs Jahren mit meinen Eltern nach Berlin. Studiert hab ich dann in Wismar. Nach Berlin kommen war also ein Zurückkommen. Ich geh auch gern mal weg, aber immer nur um wieder zu kommen. Und wiederkommen bedeutet für mich immer: Berlin.

Was wolltet Ihr werden, als ihr klein wart – und warum liegt der Plan auf Eis?
Lisa: Schriftstellerin, einfach weil ich ein großer Astrid-Lindgren-Fan war. Und Turnerin. Aber ich hab bald gemerkt, dass man sich dafür sehr früh entscheiden muss – und zwar exklusiv. Das hätte gleichzeitig geheißen, alles andere beiseitelassen. Das fand ich schon damals keine gute Lösung.

Patrick: Ich wär gern Bassist geworden. Und Fußballprofi. Ich dachte echt noch mit 13, dass man in meinem Alter in der Kreisklasse einfach so entdeckt werden kann. Dann kommt ein Talentscout und sagt zu Dir: Hey, das war doch ein super Pass, ich hol Dich jetzt in die Bundesliga! Ist aber nie passiert.

Welches Bildungserlebnis ist Euch in Erinnerung geblieben?
Patrick: Was uns alle eint, war das Studium an der HPI School of Design Thinking in Potsdam. Dort haben wir uns kennengelernt und dort entstand die Idee, das zu gründen, was heute „The Dark Horse“ heißt. Das war schon etwas sehr Einschneidendes. Und dann erinnere ich mich an einen Dozenten aus jenem Kurs, mit dem ich mich für die Eignungsprüfung in Architektur vorbereitet habe. Er war Maler und wirklich sehr supportive. Wir zeichneten mit Kohle und legten dann alle unsere Bilder auf dem Boden aus. Für ihn gab es in jedem Bild Sachen, die er gut fand. Ehrlich, so toll kann das alles nicht gewesen sein, aber er entdeckte die kleinen, versteckten Qualitäten, die man einfach viel deutlicher hätte herausarbeiten müssen. Aber weil er so mit uns und unseren Bildern umging, hatte man wirklich Lust, tags drauf daheim sechs Stunden Stillleben zu zeichnen.

Lisa: Im Leistungskurs Deutsch hatte ich eine Lehrerin, die es uns nicht gerade einfach machte. Sie unterrichtete uns eher auf Uni-Niveau und hatte sich für ihre Arbeit auch schon ein paar Rügen eingefangen. Wir lasen bei ihr Effi Briest und sollten das Buch in freier Form weiterschreiben und erzählen, was mit der Figur des Barons von Innstetten nach seinem Tod passiert. Wir drehten dann einen Film, in dem wir das Jüngste Gericht als Schaumbad darstellten und Engel über die moralische Schuld Innstettens und seinen Weg in Himmel oder Hölle debattierten. Mir hat das echt Spaß gemacht – und gezeigt, dass man auch so mit Literatur umgehen kann.