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Du wohnst in Berlin, bist aber woanders aufgewachsen, oder?
Eigentlich stamme ich aus Schwaben – und habe ein gespaltenes Verhältnis zu der Region. Die Menschen dort eint viel Gutes, zum Beispiel dieses quasi angeborene Unternehmertum. Aber es war auch wohltuend, da weg zu gehen. Ich wollte damals einfach in die große Stadt und schwankte zwischen Wien und Berlin. Weil Wien aus verschiedenen Gründen nicht funktioniert hat, bin ich nach Berlin gegangen. Aber das mit den Schwaben und Berlin, noch dazu im Prenzlauer Berg, ist ja auch so eine Sache für sich...

Naja, ich bin schon seit vor der Wende in Berlin, nämlich seit 1987. Vielleicht gibt mir das eine Art Absolution. Damals war Westberlin eine Art Insel und das Leben hier aus diesem Grund total spannend. Heute ist es hier immer noch total spannend, aber aus einem anderen Grund: Die Stadt verändert sich ständig. Wobei ich aber zugeben muss, dass es beruflich sicher bessere Standorte gäbe, nicht zuletzt im Südwesten. Dort sitzen einige Mittelständler, die zu meinem Kundenkreis zählen. Für sie hat eine Reise zu mir nach Berlin auch etwas Verlockendes: Raus aus dem Gewohnten, rein in die große Stadt.

Aber Schnaps ist Schnaps, und Dienst ist Dienst. Kurz und gut: Warum gehst Du montags trotz allem gerne ins Büro?
Ich lerne jeden Montag neue Menschen kennen. Das ist doch toll! Und außerdem – und das sage ich jetzt, obwohl ich wirklich kein Workaholic bin – liegen bei mir vor dem Montag nicht unbedingt zwei freie Tage. Insofern gibt’s gar nicht so viele klassische Montage für mich wie für andere.