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Ich sehe schon: Du und raumHOCH – das wäre ein Dreamteam für die Aufgabe, Luhmanns Theorie in die dritte Dimension zu übersetzen. Was meinst Du: Was würde Luhmann zu raumHOCH sagen? 
Ich glaube: „Das muss ich erstmal genauer beobachten.“

Was machst Du an einem überraschend freien Tag?
Ich geh Eis essen. Und hinterher mach ich Bürokram. Oder vielleicht doch noch was Anderes, was Frauen in meinem Alter halt so tun: Yoga.

Was machst Du, damit die Welt ein wenig besser wird?
(Da muss sie erstmal lachen.) Die Welt mit der Komplexität der Systemtheorie belästigen. Ich glaube nämlich, dass die Welt ein wenig besser werden kann, wenn man Menschen die Sicherheit nimmt, sie würden genau wissen, was richtig und was falsch ist.

Normalerweise sind unsere Gespräche an dieser Stelle zu Ende, aber hier muss ich nochmal nachfragen: Du ziehst den Leuten den Boden unter den Füßen weg und behauptest, dadurch würde die Welt besser?
Natürlich bedeutet das – in einem ersten Moment – eine enorme Unsicherheit. Aber wer bereit ist, sich auf diese Erfahrung einzulassen und in die Diskussion einzusteigen, dessen Sichtweise wird vielfältiger. Es geht darum, zu verstehen, dass es viele Wahrheiten gibt und viele Lösungen richtig sein können. Es geht darum auszuhalten, dass Entscheidungen neben positiven auch negative Konsequenzen haben. Management bedeutet Komplexität zu reduzieren, um Entscheidungen treffen zu können. Manchmal wird’s aber zu reduziert. Meine Aufgabe ist es dann, den Dingen wieder Komplexität hinzuzufügen. Was daraus entsteht kann die Welt ein bisschen besser machen.