Uta_Bieger_03

Was magst Du an Deinem Job?
Ausstellungsmachen ist für mich vor allem spannendes, wirklich interdisziplinäres Teamwork – das Ergebnis ist so viel mehr als die Summe der einzelnen Teile. Von Haus aus bin ich Kulturwissenschaftlerin und deshalb mag ich es auch, mich allein durch Archive und Büchern zu graben und mich intensiv mit einem ganz bestimmten Thema zu befassen. In der Vergangenheit habe ich mich zum Beispiel zwischen Märchen- und Urwald bewegt, aktuell befasse ich mich mit den weltweiten Effekten der Reformation. Dabei überlege ich immer, wie ich das relevante Wissen den Besuchern vermitteln kann. Und das Spannende am Ausstellungsmachen ist, dass mir dafür ganz unterschiedliche Formate zur Verfügung stehen: erzähle ich anhand von Objekten, erklärenden Filmsequenzen, Mitmach-Stationen, dem klassischen Text oder, oder, oder. Und dann bringe ich meine Gedanken in einen Austausch mit Gestaltern, Architekten und Museumsverantwortlichen ein – und es entstehen ganz neue Perspektiven, Gedanken und Ideen. Daraus entwickeln wir gemeinsam eindrückliche Szenografien und neue Welten. Eine gelungene Ausstellung ist für mich, wenn der Besucher sie als eine begehbare Geschichte erlebt, die natürlich auch konfrontativ sein darf.

Was wolltest Du als Kind werden und wieso liegt der Plan – um beim Thema zu bleiben – auf Eis?
Als Teenager hab ich viel Zeit in Antiquariaten verbracht und wollte unbedingt selbst eins eröffnen. In den Regalen lagerte für mich das Weltwissen. Mich hat fasziniert, dass es hinter der Geschichte im Buch noch eine Geschichte des Buches als Buch gibt – Randnotizen vorheriger Leser, Zettel, Widmungen. Oft hab ich mir die Frage gestellt, wieso jemand vorher in genau diese eine spezielle Seite einen Knick gemacht hat. Was hat ihn interessiert? Heute lese ich übrigens immernoch lieber gebrauchte Bücher als neue.

Was hast Du Dir zuletzt Schönes gekauft?
Oh, da muss ich überlegen. Wirklich. Was hab ich mir zuletzt Schönes gekauft? Tut mir leid, mir fällt nichts ein. Vielleicht ein Zeichen, dass ich mir mal wieder was gönnen sollte – oder?