Uta_Bieger_04

Welches Buch steht oben links im Bücherregal?
„Aufschreibesyteme“ von Friedrich Kittler. Das weiß ich so genau, weil ich kürzlich mein Bücherregal umgeräumt habe. 

Wer dürfte morgen bei Dir anrufen und Dir eine Zusammenarbeit vorschlagen?
Oh, wenn ich mir was wünschen darf, dann das Stapferhaus Lenzburg aus der Nähe von Zürich. Deren Ausstellungen widmen sich aktuellen Themen und ihr Veränderungsansatz ist toll: Man kommt aus dem Stapferhaus anders wieder heraus als man hineingegangen ist. Damit entspricht ihre Strategie sehr stark dem, warum ich selbst Ausstellungen mache. Sie spüren gesellschaftliche Phänomene auf und setzen sie im Raum um. Alternativ würde ich mich auch über einen Anruf von Daniel Tyradellis freuen, einem Ausstellungsmacher, in dessen Seminaren an der Bauhaus-Uni in Weimar ich gelernt habe, über Ausstellungen nachzudenken. Mit ihm würde ich gerne nochmals zusammenarbeiten.

Was tust Du, damit die Welt ein wenig besser wird?
Ich glaube ganz fest daran, dass Bildung der Schlüssel zum Erfolg unseres gesellschaftlichen Miteinanders ist. Mit Ausstellungen kann man Menschen in ihrer Freizeit auf angenehme Art für eine Sache begeistern, Unbekanntes nahebringen oder sie in ihren Gewissheiten stören – einfach, weil sie anfangen, anders über die Welt nachzudenken. Nehmen wir an, ich wäre Wissenschaftlerin geworden – dann würde ich vermutlich viele Aufsätze schreiben, die keiner liest. So kann ich mit meiner Fähigkeit, Wissen zu strukturieren und es zugänglich zu machen, vielleicht hier und da etwas bewegen.